10 einfache Tipps gegen Stress im Alltag

Eins vorneweg, ein Leben ohne Stress gibt es nicht. Deswegen sollten wir Wege finden, um mit Stress gut umzugehen. Und ja, es kann gelingen, auch in einem turbulenten Alltag entspannt, gelassen und ruhig zu bleiben.....und gerade momentan ist es wichtiger denn je, sich einfach nicht stressen zu lassen!!

 

1.

Die Wahrnehmung ändern. Das kann man praktisch täglich üben. Und gerade momentan besser als je zuvor. Ich habe da eine Menge von meinen früheren chinesischen Kollegen gelernt. Da brauchte es wirklich viel, um die mal aus der Ruhe zu bringen. Wie oft habe ich den Satz gehört “reg dich doch nicht auf, du kannst das sowieso nicht ändern”. Und ja, das kann ich nach jahrelangem Training wirklich sagen, das funktioniert: man kann manchmal nicht beeinflussen, dass stressige Situationen entstehen, aber WIE man stressige Situationen ERLEBT, das kann man selbst sehr gut beeinflussen. Ein Beispiel: man steht im Stau vor einem wichtigen Termin? Das ist zugegeben ärgerlich, aber wird in 5 Jahren niemanden mehr interessieren. In so einer Situation kann man sich restlos aufregen und Bluthochdruck bekommen, oder versuchen, sich zu entspannen und Musik hören - die Situation bleibt auf jeden Fall die gleiche. Solche und ähnliche Situationen kennt vermutlich jeder. Selbst bei wirklich bedrohlichen Ereignissen, Jobverlust, Scheidung oder anderen Lebenskrisen kann man das immer wieder trainieren, die Wahrnehmung zu ändern. Denn an dem, WAS passiert, kann man oft nichts ändern, an dem, WIE man es erlebt, allerdings schon. Aktuell gibt es dazu eigentlich jeden Tag Trainingsmöglichkeiten. Man kann sich den ganzen Tag über die ganze Situation mit Corona und die Maßnahmen aufregen, oder irgendwie versuchen, das Beste aus der Situation machen. Stress entsteht ganz häufig im Kopf. Und so ist auch der häufigste Satz, den ich von meinen stress-geplagten Patienten höre “ach wissen Sie, eigentlich mache ich mir den Stress auch manchmal selbst.” - also treffen Sie am besten eine Entscheidung, und regen sich nicht mehr unnötig auf, über Dinge, die Sie nicht ändern können. Von Kleinigkeiten (ob Sie bei Aldi in der falschen Schlange stehen, ob das Auto streikt - Sie wissen schon, all diese kleinen Dinge jeden Tag), bis hin zu den wirklich brenzligen Situationen im Leben.

2.

Nicht überschlagen und immer nur eine Sache erledigen. Und dann die Nächste – Multi-Tasking funktioniert für die allermeisten Menschen nicht dauerhaft. 

 

 

3.

Ab und zu einfach die Ruhe genießen und Pausen machen. Wie im Hotel ein gedankliches oder echtes „bitte nicht stören“-Schild an die Türe hängen. Und dann einfach mal nichts tun. Oder ein Buch lesen. Oder eine Tasse Tee oder Kaffee trinken. Oder in der Wanne liegen. Oder zu einer Massage gehen. Meditieren. Oder einfach nur tief durchatmen. Eine kurze Pause kann Wunder wirken. Man arbeitet dann auch oft effektiver und fehlerfreier. Es gibt einen Satz dazu „wenn du es eilig hast, dann geh langsam“. Je stressiger der Tag verläuft, umso wichtiger sind Pausen von Zeit zu Zeit.  

4.

Perfektion meiden. Wer alles immer perfekt machen möchte, der findet sich fast automatisch in der Stressfalle wieder. 

 

5.

Ordnung halten und Dinge direkt erledigen. Meine Mutter hat immer gesagt „Kind, tu es gleich“ – das fand ich als Kind manchmal wirklich nervig, aber ich gebe zu, es erleichtert den Alltag enorm. Unerledigtes macht vielen Menschen Unbehagen und löst oft ein diffuses “ich fühle mich so gestresst-Gefühl” aus - einfach, weil man gedanklich nicht zur Ruhe kommt. Oft ist die Liste an Dingen, die man erledigen muss, in Wirklichkeit gar nicht so lang. Viele Dinge gehen schneller als geplant, wenn man sich mal dazu aufrafft. Wer kennt nicht das gute Gefühl, wenn endlich die Steuererklärung abgegeben ist, der Keller geräumt ist, oder das Gespräch geführt ist, das man schon lange vor sich hergeschoben hat – solche Dinge „entstressen“ den Alltag enorm. 

 

6.

Mit dem Herzen dabei sein, und auch Routinearbeiten irgendwie „schön“ machen.  Wer sich dauernd „über die viele Arbeit“ ärgert, der wird sich mit der Zeit immer gestresster fühlen. Wie anders verläuft der Tag, wenn man sich all diese Momente irgendwie verschönert.

 

7.

Arbeit delegieren und ab und zu um Hilfe bitten. Vielen fällt das unglaublich schwer, und viele Menschen denken, man muss immer alles alleine schaffen. Dabei kann man auch Arbeiten tauschen, nach dem Motto, ich helfe dir bei dieser Arbeit und du mir bei einer anderen. Man kann mal Essen bestellen oder sich die Fenster putzen lassen. Oder einen Freund oder eine Freundin oder die Kollegin um Unterstützung bitten, wenn gerade alles zu viel wird. Die meisten Menschen helfen gern, wenn man sie freundlich darum bittet.

 

8.

Nicht immer erreichbar sein. Das Handy mal bewusst weglegen, die Mails erst nach einem Tag lesen. Das fühlt sich für manche heutzutage an wie früher Schule schwänzen. Oder  irgendwo an einen stillen Ort gehen, in den Wald, ans Wasser und einfach mal die Ruhe genießen – ja, und erst recht dann, wenn einem gerade alles zu viel wird. - um für die wesentlichen Dinge wieder einen klaren Blick zu bekommen.

 

9.

Im Hier und Jetzt bleiben. Das bedeutet einerseits, sich nicht so viele Sorgen um die Zukunft zu machen: ein sehr chinesischer Weg ist es, die Dinge, die uns passieren, einfach hinzunehmen. Vieles im Leben hat einen Sinn, den man manchmal erst lange später erkennt. So viel Stress entsteht aus Zukunftsängsten. Gerade momentan höre ich das ständig, die Leute sind alle unter Druck, nicht, weil sie so viel Arbeit haben, sondern weil sie sich so viele Gedanken machen - um die Zukunft, um den Job, um Krankheiten, und um ganz viele Dinge, die alle vielleicht so nie eintreten werden. Wie viel leichter leben dagegen Lebenskünstler, die das einfach nicht kennen.

Und zum anderen bedeutet es, nicht dauernd an die Vergangenheit zu denken, in dem Sinne „hätte ich mich doch damals bloß anders entschieden“. Erstens weiß man nie, ob die andere Entscheidung wirklich besser gewesen wäre, ob man in einem anderen Beruf oder mit einer anderen Partnerin glücklicher geworden wäre, und zweitens kann man immer nur mit dem aktuellen Wissen eine Entscheidung treffen. 

 

10.

Die echten Gründe für das gestresste Gefühl erkennen. Es ist immer wieder das Gleiche bei meinen Patienten. Am Anfang sagen alle, dass sie so viel Arbeit haben. Aber es ist ganz häufig nicht die viele Arbeit, die Patienten auslaugt und stresst. Es gibt auch Menschen, die bei viel Arbeit aufblühen. Weil ihnen die Arbeit einfach Spaß macht, sie einen Sinn darin sehen, Zeit und Raum vergessen, etwas dabei bewirken können – kurz: da passt alles. Der junge Familienvater, der zeitgleich seine Kinder aufzieht und nach der Arbeit ein altes Haus umbaut, 14 Stunden-Tage hat und trotzdem GLÜCKLICH ist – der ist nicht gestresst, der hat nur arbeitsintensive, aber gleichzeitig sehr erfüllte und zutiefst befriedigende Tage und schläft vermutlich nachts gut. Gestresst sind meistens diejenigen, die UNGLÜCKLICH sind. Die Kummer und Sorgen haben, Existenzängste, gesundheitliche Probleme, die mit dem Partner ständig streiten oder sich einsam fühlen – DAS sind meistens die wahren Gründe für Stress. Da gibt es oft kein einfaches Patentrezept. Manche dieser Sorgen kann man lösen, andere nicht. Manchmal muss man etwas loslassen. Manchmal braucht man etwas Mut, um einen verrückten Traum zu verwirklichen oder dem Leben eine neue Richtung geben. Manchmal braucht man professionelle Hilfe, manchmal schafft man das alleine, oder es gibt ein guter Freund den entscheidenden Impuls. Und oft sollte man einfach darauf vertrauen, für irgendetwas wird es schon gut sein, und morgen ist ein neuer Tag mit neuen Chancen, und morgen geht es mir schon etwas besser. 

 

 

 

 

 

 

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