Mitochondrien - die Kraftwerke des Körpers und wie sie gesund bleiben

Mitochondrien kennt der eine oder andere vielleicht noch aus dem Biologieunterricht: diese winzigen Zellbestandteile sind in in nahezu jeder Körperzelle vorhanden und stellen Energie her: das so genannte ATP (Adenosintriphosphat). Etwa 40 - 70 Kilogramm (!) ATP sind eine durchschnittliche Produktion. Pro TAG!! Bei anstrengender körperlicher Tätigkeit können wir ein Vielfaches dieser Menge herstellen. Deswegen ist regelmäßiger Sport so ein gutes Training für mehr Energie.

Bei manchen Menschen funktioniert diese körpereigene Energiebereitstellung nicht mehr, oder nicht mehr gut. Die fühlen sich dann so „als hätte man einen Stecker gezogen“.

Mitochondrien können auf verschieden Wege Schaden nehmen. Umweltgifte, schlechte Ernährung, Krankheiten, insbesondere auch Virusinfekte, Stress, Schlafmangel, zu wenig Bewegung- die Liste ist lang. Geschädigte Mitochondrien können immer schlechter Energie produzieren und das merkt man im Alltag deutlich. Ohne funktionierende Mitochondrien sind wir nicht optimal leistungsfähig. An chronischer Müdigkeit und Unlust leiden viele Menschen. Alles wird dann zu viel. Wir würden dann gerne mehr und effektiver arbeiten, oder mehr Sport treiben, aber irgendwie fehlt der Schwung. „Mehr Energie“ - das wünschen sich viele meiner Patienten.

Energie brauchen wir in jeder Sekunde unseres Lebens, und je besser unsere Mitochondrien funktionieren, umso mehr Energie steht uns zur Verfügung.

Deswegen lohnt es sich, auf folgende Dinge zu achten, die ganz einfach die Mitochondrien in ihrer Funktion und Effektivität stärken können:

  1. Intensives körperliches Training. Nicht spazieren gehen. Nicht im Sessel sitzen. Nein, richtig anstrengendes körperliches Training ist ein sehr guter Reiz, um Mitochondrien wieder fitter zu bekommen. Auch wenn man anfangs müde ist. Insbesondere das so genannte HIIT (High intensity intervall training), das sich durch kurze, aber sehr intensive Trainingseinheiten auszeichnet, gilt als hoch-effektives Mitochondrientraining. Anders gesagt, wer sich körperlich so intensiv belastet, dass er richtig außer Atem und ins Schwitzen kommt, das ist der Moment, wo die Mitochondrien aus dem Schlaf erwachen. Oder, noch einfacher gesagt, bei wenig Bewegung sinkt die Zahl der Mitochondrien, bei intensiver Bewegung steigt sie. Leider betreiben die wenigsten Menschen wirklich intensiv Sport. Manche Menschen kommen nicht einmal auf 500 Schritte am Tag. Wer allerdings regelmäßig, mindestens 3 oder 4 Mal pro Woche so richtig aus der Puste kommt und nach und nach seine Leistung steigert, der merkt in der Folge schnell, dass er im Alltag mehr Energie hat - auch wenn man anfangs vielleicht völlig erschöpft von der ungewohnten Belastung ist, das gibt sich ganz schnell. Sport ist neben der Ernährung vielleicht der wichtigste Faktor für fitte Mitochondrien.

  2. guter Schlaf. Nachts regenerieren die Zellen und damit auch die Mitochondrien. Über Schlafmangel habe ich schon häufig geschrieben. Guter Schlaf ist in der TCM eine wichtige Grundlage für neue Energie am Tag.

  3. Eine ausgewogene und vielseitige Ernährung. Die Bildung von ATP ist für den Körper aufwendig, und es gibt einige Nährstoffe, die daran beteiligt sind: Kupfer, Mangan, , Zink, viele B-Vitamine, zum Beispiel Vitamin B2, B3, B6, Magnesium, Ubiquinon um nur einige zu nennen. Wenn einer dieser Stoffe fehlt oder ungenügend vorhanden ist, kommt am Ende nicht das gewünschte Ergebnis. Wer sich gesund, ausgewogen und vitaminreich ernährt ist hier klar im Vorteil. Aber auch mit sehr gesunder Ernährung kann mal ein Mangel vorkommen und es kann hilfreich sein, entsprechende Werte zu messen und Mangelzustände gezielt auszugleichen.

  4. bestimmte Medikamente können die Mitochondrienfunktion nachhaltig schwächen, das bei Diabetes häufig verordnete Metformin ist hierzu nur ein Beispiel.

  5. Entspannung ist wichtig, denn körperliche Regeneration der Mitochondrien findet in der Entspannung statt. Menschen, die ständig gestresst sind, merken irgendwann, dass Ihnen die Energie ausgeht. Welches Entspannungsverfahren man auswählt, das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Der Eine entspannt wunderbar in der Badewanne, der andere beim Gärtnern, beim Meditieren, beim Aufräumen, beim Kochen…. die Liste der Möglichkeiten ist lang.

  6. Hitze oder Kälte - unser Körper ist sehr anpassungsfähig. Man darf ihn auch mal fordern. Sauna, Kältebäder, Schwitzen oder Zittern - all das können Reize sein, um müde Mitochondrien wieder in Schwung zu bringen. Wer einmal eine Kältekammer besucht hat, oder lange Saunagänge gemacht hat, der kennt das anfangs wohlig- müde Gefühl, dass in den nächsten Tagen von mehr Schwung abgelöst wird.

Die meisten Menschen merken erst wenn die Mitochondrienfunktion um etwa die Hälfte reduziert ist, ein deutliches Nachlassen der Energie. Da wird es spätestens Zeit zu handeln. Ich bin ein großer Fan der Prävention, also so früh wie möglich zu handeln, und nicht erst, wenn die große Energielosigkeit da ist. Und, was viele nicht wissen, in der TCM gibt es unzählige Formen der Energielosigkeit, die sich oft hervorragend behandeln lassen, wenn jemand mit eigenen Anstrengungen nicht ausreichend weiter kommt.

Photo by Arek Adeoye on Unsplash

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