10 natürliche “Booster” für ein starkes Immunsystem

Ein starkes Immunsystem ist nicht nur wichtig, um Erkältungskrankheiten abzuwehren. Täglich bilden sich in unserem Körper auch Tausende von entarteten Zellen, die von einem gut funktionierenden Immunsystem erkannt und vernichtet werden. Ist das Immunsystem sehr geschwächt, so ist man nicht nur anfälliger für die unterschiedlichsten Infektionen, sondern auch für chronische Erkrankungen wie Autoimmunerkrankungen, Allergien und Krebs. 


Mal abgesehen davon, dass man sich bei jedem Infekt erstmal schrecklich fühlt - es lohnt sich auf jeden Fall, für ein starkes Immunsystem zu sorgen: 



  1. chemische Zusatzstoffe meiden. Viele Lebensmittel enthalten eine Reihe an chemischen Zusätzen, die unser Körper nicht als Nahrung erkennt und mühsam bekämpfen muss. Dabei wird unser Immunsystem völlig überfordert. Man muss sich nur die Mühe machen und die Zutaten-Listen lesen. Falls man dazu ein Chemie-Abitur braucht, oder die Namen der Zusätze kaum aussprechen kann, dann ist die Chance groß, dass jede Menge Inhaltsstoffe darin enthalten sind, die unserem Körper nicht gut tun. Je häufiger man mit frischen Zutaten kocht, desto wahrscheinlicher gelangen genügend Nährstoffe und Vitamine in unseren Körper, die dringend zum Aufbau der Immunzellen benötigt werden. Chemische Stoffe gelangen im Übrigen auch über andere Wege in den Körper, über die Haut (Kosmetikprodukte), über Putzmittel, aber auch über die Atmung (zum Beispiel beim Tanken).

  2. regelmäßig den Körper von solchen Giften befreien. Das kann zum Einen über ausreichend Vitamine und Spurenelemente in der Nahrung erfolgen, aber auch über die vorübergehende Einnahme von bestimmten Präparaten wie zum Beispiel Algen (Spirulina oder Chlorella). Algen haben die Fähigkeit, Gifte und Schwermetalle zu binden und auszuscheiden. Hier lohnt es sich, auf gute Bio-Qualität zu setzen.

  3. die Darmflora stärken. Im Darm wird ein großer Teil der körpereigenen Abwehrzellen gebildet. Die gesunde Darmflora spielt dabei eine große Rolle. Schon nach einer einmaligen Antibiotika-Gabe kann es Monate dauern, bis sich die Darmflora wieder erholt hat. Wenn die Darmflora aus dem Gleichgewicht gekommen ist, so kann das massive Auswirkungen auf das gesunde Immunsystem haben. Hier kann es sinnvoll sein, die Darmflora zu unterstützen - durch eine entsprechende Ernährung oder eventuell auch die gezielte Gabe von Präparaten, die die Darmflora wieder ins Gleichgewicht bringen. Solche Präparate, die verschiedene Laktobazillen und Bifidobakterien enthalten, gibt es in der Apotheke.

  4. genug schlafen. Viele meiner Patienten schlafen zu wenig oder schlecht. Die Auswirkungen von einem chronischen Schlafmangel darf man nicht unterschätzen. Wer gut und erholt schläft, dessen körperliche (und seelische) Regeneration läuft auf Hochtouren, was unter anderem wichtig für ein robustes Immunsystem ist. Wer zu wenig oder schlecht schläft, verpasst das.

  5. Sport machen und an der frischen Luft bewegen. Etliche wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass regelmäßiger Sport die Zahl der „natürlichen Killerzellen“ deutlich erhöht und damit die natürliche Abwehr verbessert. Nebenbei haben diese Zellen die Fähigkeit, entstehende Krebszellen zu vernichten. Zudem steigt die Anzahl der „B-Lymphozyten“ die für die Produktion von Antikörpern verantwortlich sind. Sport ist, wenn man das so sagen kann, ein Art Training und Stärkung für das Immunsystem. Wäre Sport ein Medikament, so würde ich es jedem Patienten empfehlen.

  6. Auf einen guten Vitamin-D-Spiegel achten. Ich empfehle meinen Patienten, ihren Vitamin-D Spiegel einmal jährlich zu kontrollieren und möglichst in den Bereich zwischen 40 und 60 ng/ml zu bringen, mindestens jedoch über 30. Vitamin D ist nicht nur wichtig für ein gut funktionierendes Immunsystem, sondern hat eine Reihe von anderen positiven Wirkungen, unter anderem unterstützt es gegen Krankheiten wie Krebs, hohen Blutdruck, Alzheimer und Demenz. Mittlerweile gibt es auch etliche Studien, die zeigen, dass Menschen mit einem besonders niedrigen Vitamin D Spiegel häufiger schwer an Covid-19 erkranken. Vitamin D wird in der Haut unter Einfluss von Sonnenlicht gebildet. In unseren Breiten kommt es im Winter häufig zu einem Mangel. Auch Eisen, Vitamin C, B-Vitamine und Zink sind wichtige Stoffe für ein starkes Immunsystem und in vielen natürlichen Lebensmitteln enthalten.

  7. Stress vermeiden. Wer hat das nicht schon einmal erlebt? Bis zu einer Prüfung oder einem bestimmten Termin hatte man Stress pur, um kurz danach krank zu werden. Während einer Stress-Phase schüttet der Körper unter anderem große Mengen an Cortisol aus, was kurzfristig dazu führt, dass das Immunsystem geschützt ist. Aber wehe, wenn dieser Hormoncocktail, der eigentlich als Notfall-Programm für außergewöhnliche Belastung gedacht war, plötzlich abfällt. Dann reicht es, wenn ein Virus über die Schleimhäute huscht, und schon ist man krank. Das wäre vermeidbar, wenn man für einen regelmäßigen Stress-Abbau sorgen würde.

  8. Sich etwas Abhärten. Wechselduschen. Sauna. Mal draußen in einer dünnen Jacke spazieren gehen. Kneipp-Kuren. Mal kurz im T-Shirt den Müll nach draußen bringen. Bloß nicht den ganzen Tag bei 25 Grad im Zimmer sitzen.

  9. auf natürliche Immunbooster setzen. Viele Nahrungsmittel haben heilende Wirkung. Knoblauch oder Zwiebeln enthalten reichlich zeltschützende Substanzen und schwefelige Verbindungen, die dem Immunsystem zugute kommen (nicht umsonst kannten unsere Großmütter etliche Zwiebel- Hausmittel bei Husten). Aber auch Lebensmittel wie Holunderbeeren, Granatapfel, oder Gewürze wie Curcuma und Ingwer enthalten solche Stoffe. Viele Kohlsorten, Brokkoli, Weißkohl enthalten Sulfarafan und Selen - eine Apotheke aus der Natur und wichtig für ein gutes Immunsystem. Auch Omas Hühnersuppe, möglichst frisch gekocht, ist ein gutes Mittel, um einen beginnenden Infekt noch im Keim zu ersticken, sie enthält reichlich Zink, Vitamine und die Aminosäuren Glycin und Glutamin, die beide sehr wichtig für die Funktion der Immunzellen sind.

  10. Nahrungsergänzungen einnehmen. Wann ist das sinnvoll? Man kann zum Beispiel bei den ersten Anzeichen eines Infektes möglichst schnell Vitamin C und Zink einnehmen, dazu Vitamin D (immer auf ein Präparat mit Magnesium und Kalium achten) und ggf. noch ein Kombinationsmittel, welches das Immunsystem stärkt. Das, in Kombination mit viel Ruhe, viel heißem Tee und generell viel Wärme hat bei mir schon manchen beginnenden Infekt im Keim erstickt.

Was viele nicht wissen, in der traditionellen chinesischen Medizin ist bei einer chronischen Infektanfälligkeit oft das so genannte „wei -Qi“, die „Abwehr-Energie“ geschwächt. Das mag etwas sonderbar klingen, aber viele Patienten kennen solche „Serien“, wo sich Infekt an Infekt reiht, und man einfach nicht wieder auf die Beine kommt. In solchen Situationen kann eine Therapie zur Stärkung dieser Energie sinnvoll sein- das geht ganz einfach und benötigt oft nur wenige Behandlungen.


Photo by Kelly Sikkema on Unsplash

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