3 einfache Wege, um nicht mehr zu grübeln

Was so ziemlich alle meiner Patienten machen, das ist GRÜBELN. Sich Sorgen machen. Sich Gedanken machen über reale und nicht reale Dinge. Grübeln scheint so eine Art deutscher Volkssport zu sein. Dabei ist stundenlanges Grübeln aus Sicht der chinesischen Medizin unglaublich zehrend. Und seit Corona ist das noch schlimmer geworden.

Grübeln bedeutet NICHT, ich habe ein Problem und suche für eine bestimmte Zeit nach einer Lösung. Grübeln bedeutet das stunden- oder tagelange Nachdenken OHNE zu einem Ergebnis zu kommen. 

 

In Studien konnte gezeigt werden, dass schon eine zweiminütige Ablenkung das negative Gedankenkarussell stoppen kann. Grübeln führt zu nicht viel. Da schwirren dieselben Gedanken immer und immer wieder durch den Kopf, meistens negativ besetzt, oder mit Furcht oder Angst verbunden „was passiert, wenn....“, oder mit Schuldzuweisungen „hätte ich mich nicht so dämlich verhalten“...“wie konnte mir das passieren“. Und oft verbunden mit negativen Selbstgesprächen. Manche Menschen machen sich regelrecht selbst fertig mit ihren Selbstgesprächen – so würden sie niemals mit einem guten Freund ins Gericht gehen. 

 

Zum einen gibt es mittlerweile viele Untersuchungen, die zeigen, dass die täglichen Gedanken tatsächlich einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit haben. Grübeln gehört zu den problematischen Gedanken. Und tut wirklich NICHTS für Sie! 

 

Also, bei der nächsten „Grübel- und Sorgen – Attacke“, eine kleine Kurzanleitung: 

SOFORT ABLENKEN,

egal mit was. Fenster putzen. Eine Schublade aussortieren. Ein Lied singen. Vor dem Spiegel komische Gesichter machen, so lange bis man lachen muss. Handstand üben. Nachts kann es helfen, sich einfach nur auf die Atmung zu konzentrieren. Je mehr die Aktion die gesamte Aufmerksamkeit fordert, umso besser. Bei mir helfen Aufräumen und Ausmisten. Und lachen, auch wenn mir gerade NICHT danach zumute ist – das Gehirn kann das nicht unterscheiden. Meistens genügen schon einige Minuten der Ablenkung, und es geht einem besser.

 

DIE NEGATIVEN GEDANKEN EINFACH UMSCHREIBEN.

Meistens denkt man beim Grübeln negativ. Da sieht man sein Kind, das am Handy gerade nicht erreichbar ist, schon schwer verletzt im Krankenhaus liegen. Es kann hilfreich sein, solche inneren Dialoge sofort umzuschreiben. In dem Sinne „Halt, Stopp – bei meinem Kind ist sicher gerade der Akku vom Handy leer und das wird sich bald aufklären“ – wenn ich jedes Mal, wo eins unserer Kinder nicht erreichbar war, mit dem Sorgen und Grübeln angefangen hätte, dann hätte ich deutlich mehr graue Haare! Und diesen Teil kann man wirklich üben.

Es gibt zum Grübeln noch ein Phänomen, was viele kennen. Manchmal, wenn man Sorgen hat und nachts wachliegt, dann erscheint uns diese Sorge noch viel größer. Dazu gibt es eine einfache biologische Erklärung. Unser Wohlfühlhormon, das Serotonin erreicht nachts einen Tiefstand. Ohne Serotonin sehen wir alles noch düsterer als sonst. Sollten Sie mal wieder nachts wach liegen und einen sorgenvollen Gedanken nach dem anderen haben, dann hilft dieses Wissen vielleicht – am nächsten Morgen sieht das gleich halb so wild aus. 

 

Und noch eine Anregung, wenn Sie wirklich ein Problem haben:

Ist das Problem lösbar? Dann gibt es eigentlich keinen Grund, sich Sorgen zu machen, denn Sie wissen, was zu tun ist.

Ist das Problem nicht lösbar? Dann gibt es auch keinen Grund, sich Sorgen zu machen, denn Sie haben keinen Einfluss darauf. Sie können es einfach nicht ändern und müssen es irgendwie akzeptieren. 

Photo by Tonik @thetonik_co

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Was ich von meinen chinesischen Kollegen gelernt habe